Wechsler zum Energiepaket: Verbraucherschutz stärken, Investitionen beschleunigen

10.03.2026

Energiepaket der EU-Kommission / Transparenz, Verbraucherrechte und Schutz vor Energiearmut stärken / bezahlbare Energie braucht aber vor allem funktionierende Märkte, schnellere Genehmigungen, Netzausbau und verlässliche Erzeugung

Die Europäische Kommission hat heute ein Energiepaket vorgestellt, bestehend aus dem sog. "Citizens Energy Package", einer Strategie für kleine modulare Reaktoren sowie einer Investitionsstrategie für saubere Energie. Dazu erklärt Andrea Wechsler (CDU), Mitglied im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie (ITRE):

„Für viele Menschen in Europa beginnt Energiepolitik mit der Energierechnung am Ende des Monats. Es ist daher richtig, dass die Europäische Kommission mit dem Citizens Energy Package stärker auf Transparenz, Verbraucherrechte und den Schutz vor Energiearmut setzt. Bürgerinnen und Bürger müssen die Möglichkeiten bekommen, ihre Energierechnung selbst zu beeinflussen.

Aber wir sollten uns nichts vormachen: Mehr Transparenz allein senkt noch keine Energiepreise. Wenn Energie in Europa dauerhaft bezahlbar werden soll, müssen wir die strukturellen Ursachen angehen – ein funktionierender Energiebinnenmarkt, schnellere Genehmigungen, leistungsfähige Netze und vor allem ausreichend verlässliche Energie im System.

Die Investitionsstrategie für saubere Energie spricht zu Recht die enorme Investitionslücke im europäischen Energiesystem an. Um die Transformation zu stemmen, werden in den kommenden Jahren Investitionen in einer bislang nicht gekannten Größenordnung erforderlich sein. Entscheidend wird jedoch sein, privates Kapital stärker zu mobilisieren und Investitionen planbarer zu machen. Dafür braucht Europa stabile regulatorische Rahmenbedingungen, schnellere Genehmigungsverfahren und integrierte Kapitalmärkte, die langfristige Infrastrukturinvestitionen ermöglichen. Europäische Mittel können dabei nur eine katalytische Rolle spielen. Der nächste Mehrjährige Finanzrahmen sollte deshalb stärker auf Wettbewerbsfähigkeit, Energieinfrastruktur und Innovation ausgerichtet werden, um privates Kapital gezielt zu heben.

Europa muss zugleich technologieoffen bleiben. Kleine modulare Reaktoren (Small Modular Reactors - SMRs) können langfristig ein Baustein eines stabilen und klimafreundlichen Energiesystems sein, etwa für industrielle Anwendungen, Wasserstoffproduktion oder als Ergänzung zu erneuerbaren Energien. Gleichzeitig gilt: Ehrlichkeit ist besser als Euphorie. SMRs befinden sich noch in einer frühen Phase der Marktentwicklung und werden kurzfristig keine Antwort auf hohe Energiepreise sein. Deshalb sollten wir Forschung, Demonstrationsprojekte und den Aufbau einer europäischen industriellen Wertschöpfungskette unterstützen ohne falsche Erwartungen zu wecken. Europa braucht einen realistischen energiepolitischen Kurs: mehr Innovation, leistungsfähige Netze, technologieoffene Lösungen und vor allem bessere Bedingungen für Investitionen.

Denn am Ende entscheidet sich Energiepolitik nicht an Strategien, sondern daran, ob Europas Bürgerinnen und Bürger und unsere Unternehmen sich Energie auch morgen noch leisten können.“

Für weitere Informationen:
Prof. Dr. Andrea Wechsler MdEP:  +33 3881 75859