Seekatz: Mehr Kleinanleger für den Kapitalmarkt gewinnen

18.12.2025

Trilog-Einigung zur EU-Kleinanlegerstrategie / kein Provisionsverbot / sowohl Anleger als auch die Finanzwirtschaft profitieren 

In der Nacht haben sich die Unterhändler des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten im Trilog auf die EU-Kleinanlegerstrategie geeinigt. Dazu erklärt Ralf Seekatz (CDU), Berichterstatter der EVP-Fraktion:

„Die Kleinanlegerstrategie ist ein zentrales Element der Spar- und Investitionsunion. Ihr Ziel ist es, das Vertrauen der Anleger in die europäischen Kapitalmärkte zu stärken. Nur wenn wir deutlich mehr Kleinanleger für den Kapitalmarkt gewinnen, lässt sich der hohe Kapitalabfluss aus der EU stoppen und dringend benötigtes Investitionskapital mobilisieren. Der Kapitalabfluss aus der EU in Drittstaaten liegt derzeit bei rund 300 Mrd. Euro. Gleichzeitig eröffnen wir europäischen Sparern die Chance, ihre hohen Sparquoten besser zu nutzen, höhere Renditen zu erzielen und wirksamer fürs Alter vorzusorgen.

Wir haben uns auf ein ausgewogenes Rahmenwerk verständigt, von dem Anleger und Finanzwirtschaft gleichermaßen profitieren.

Ein Provisionsverbot konnte sich dabei zu Recht nicht durchsetzen. Verbote sind in einer freien Marktwirtschaft kein geeigneter Weg und hätten hier sogar das Gegenteil bewirkt. Erfahrungen aus Ländern wie den Niederlanden oder dem Vereinigten Königreich zeigen: Provisionsverbote führen zu Beratungslücken. Gerade Kleinanleger mit geringerem Kapital verlieren den Zugang zum Kapitalmarkt oder werden in riskantere Produkte gedrängt.

Stattdessen stärken wir den Anlegerschutz über ein effektives Preis-Leistungs-Verhältnis. Damit stellen wir sicher, dass überteuerte oder ineffiziente Produkte nicht auf den Markt kommen oder konsequent vom Markt verschwinden.

Zugleich haben wir bürokratische Hürden deutlich abgebaut, die Banken, Sparkassen und Versicherungen unnötig belastet und ihre Wettbewerbsfähigkeit geschwächt hätten.“

Für weitere Informationen:
Ralf Seekatz MdEP: +33 388 1 75920