Ferber: hohe Schuldenstände abtragen und fiskalische Spielräume zurückgewinnen

06.10.2026

EU-Parlament bestätigt Reform der wirtschaftspolitischen Steuerung / Weniger Bürokratie bei unverändertem Fokus auf Schuldentragfähigkeit und solide Haushalte/ Kommission muss Regeln konsequent durchsetzen

Das Europäische Parlament hat heute das Gesetzespaket zur Vereinfachung der wirtschaftspolitischen Steuerung endgültig bestätigt. Dazu erklärt Markus Ferber (CSU), wirtschafts- und währungspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion und Berichterstatter des Europäischen Parlaments:

„Die Anleihemärkte zeigen uns gerade, dass bei den Staatsfinanzen in Europa derzeit einiges im Argen ist. So hohe Renditen für europäische Staatsanleihen wie heute haben wir lange nicht gesehen. In unsicheren Zeiten braucht Europa einen Rahmen für die wirtschaftspolitische Steuerung, der glaubwürdig, verlässlich und einfach anzuwenden ist. Der heute angenommene Text ist schlanker, kohärenter und weniger bürokratisch, ohne bei der Schuldentragfähigkeit Abstriche zu machen.

Das Parlament hat den Rahmen verbessert. Seine Glaubwürdigkeit steht und fällt aber mit der Durchsetzung, und dort muss die Kommission deutlich mehr tun. Die Kommission hat zuletzt zu viel durchgehen lassen und die ewigen Debatten um neue Ausnahmeregeln verunsichern die Märkte. Die Verschuldung ist in vielen Mitgliedstaaten hoch, die Defizite sind es ebenfalls, und die Märkte reagieren empfindlicher als noch vor wenigen Jahren.

Wer öffentliche Schulden sorgfältig steuern will, braucht Regeln, die Regierungen und Anleger gleichermaßen verstehen. Investoren bepreisen Tragfähigkeit, nicht Papierberge. Die Reform lässt den fiskalischen Kern unberührt und nimmt den Ballast weg, der von der eigentlichen Aufgabe ablenkt: solide Haushalte. Die zentrale Herausforderung besteht darin, die hohen Schuldenstände abzutragen und fiskalische Spielräume zurückzugewinnen.

Beim Bürokratieabbau dürfen wir nicht bei der wirtschaftspolitischen Steuerung stehen bleiben. Wenn wir Doppelungen und widersprüchliche Vorgaben hier abbauen können, gibt es keine Rechtfertigung, sie in der Finanzmarktregulierung zu belassen. Die Kommission muss dieselbe Logik jetzt auf die gesamte Finanzdienstleistungsgesetzgebung anwenden.“

Hintergrund:
Die im Oktober 2025 von der Kommission vorgeschlagene Reform besteht aus drei Teilen und nimmt gezielte Anpassungen an den Regeln zur wirtschaftspolitischen Steuerung vor: Sie streicht unnötige Berichtspflichten, strafft Verfahren und verbessert die Kohärenz zwischen den einzelnen Elementen des Rahmens.

Weitere Informationen zum Gesetzgebungsverfahren:
https://oeil.europarl.europa.eu/oeil/en/procedure-file?reference=2025/0311(COD)
https://oeil.europarl.europa.eu/oeil/en/procedure-file?reference=2025/0312(COD)
https://oeil.europarl.europa.eu/oeil/en/procedure-file?reference=2025/0313(APP)

Für weitere Informationen:
Markus Ferber MdEP: +33 388 1 75230