Liese: EU-Emissionshandel für Heizen und Verkehr kommt – preisdämpfende Wirkung für Deutschland

11.06.2026

Trilog-Einigung zur Anpassung der Marktstabilitätsreserve im europäischen Emissionshandel für Heizen und Verkehr / Stärkung des Preisdämpfungsmechanismus zur Vermeidung extremer Preissteigerungen / Beitrag zur Verringerung der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern 

In der Nacht haben sich die Unterhändler des Europäischen Parlaments und des Rates im Trilog auf die Anpassung der Marktstabilitätsreserve im Europäischen Emissionshandel für Heizen und Straßenverkehr (ETS2) geeinigt. Dazu erklärt Peter Liese (CDU), umweltpolitischer Sprecher der EVP-Fraktion:

„Der Emissionshandel für Heizen und Straßenverkehr auf europäischer Ebene wird kommen. Er ist ein wichtiges Instrument, um unsere Abhängigkeit von Öl und Gas zu verringern. Gerade bei den derzeit hohen Preisen bei fossilen Energieträgern müssen wir unbedingt Alternativen finden. Gleichzeitig verbessern wir mit der Einigung auf die Reform der zugehörigen Marktstabilitätsreserve aber die Mechanismen zur Preisabfederung und vermeiden damit extreme Preissteigerungen.

Für Deutschland hat der Start des ETS2 erstmal eine dämpfende Wirkung auf den CO2-Preis. Bei uns gibt es bereits seit einigen Jahren einen nationalen Emissionshandel. Marktanalysten gehen daher davon aus, dass der Preis mit dem Umstieg auf das europäische System 2028 mit 45 bis 50 Euro deutlich unter dem aktuellen deutschen CO₂-Preis von 65 Euro liegen wird. Mit dem ETS2 nutzen wir die Vorteile des europäischen Binnenmarkts und schaffen mehr Fairness. Das gilt insbesondere für den deutschen Mittelstand, weil für diesen dann ab 2028 die gleiche Rahmenbedingungen auf dem europäischen Binnenmarkt herrschen werden.

Absolut zentral ist, dass die Mitgliedstaaten endlich damit beginnen, die ihnen bereits jetzt zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um den Menschen bei der Dekarbonisierung zu helfen. Dabei müssen sie soziale Aspekte berücksichtigen. Nicht jeder braucht eine Förderung, aber hart arbeitende Menschen mit unterdurchschnittlichen Einkommen brauchen dringend Unterstützung, insbesondere Familien mit mittlerem und niedrigem Einkommen.“

Hintergrund:
Der Vorschlag der Europäischen Kommission vom 27. November 2025 geht auf ein gemeinsames Positionspapier von 19 Mitgliedstaaten zurück, darunter sowohl kritische Stimmen wie Polen und Tschechien als auch Befürworter wie Deutschland und die Niederlande. Ziel der Reform war es, den Preisdämpfungsmechanismus im Europäischen Emissionshandel durch eine Stärkung der Marktstabilitätsreserve weiter auszubauen. Bereits heute ist vorgesehen, im ersten Jahr der Einführung 130 Prozent der eigentlich nötigen Zertifikate bereitzustellen, um einen geordneten und stabilen Start des Systems zu gewährleisten. Zudem können zusätzliche Zertifikate freigegeben werden, wenn der CO₂-Preis definierte Schwellenwerte überschreitet. Mitgliedstaaten stehen außerdem verschiedene Finanztöpfe zur Verfügung, um z.B. Förderprogramme (auch schon vor dem Start des Systems) aufzusetzen.

Für weitere Informationen:
Dr. Peter Liese MdEP: +32 228 45981