In der Nacht haben sich die Unterhändler des Europäischen Parlaments und der Mitgliedstaaten im Trilog auf das europäische Gesetz gegen Arzneimittelknappheit (Critical Medicines Act (CMA)) geeinigt. Dazu erklären:
Oliver Schenk (CDU), Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und Berichterstatter des Industrieausschusses für den Critical Medicines Act:
"Die politische Einigung zum Critical Medicines Act ist ein wichtiger Schritt, um die Versorgung mit wichtigen Arzneimitteln in Europa langfristig zu sichern und Medikamentenengpässen vorzubeugen. Wir müssen die Produktionskapazitäten für kritische Medikamente in Europa gezielt stärken, damit unsere Versorgung nicht von externen Krisen oder geopolitischen Spannungen abhängt. Patientinnen und Patienten müssen jederzeit Zugang zu den Medikamenten haben, die sie brauchen.
Positiv ist auch, dass wichtige Arzneimittel künftig gemeinsam von den Mitgliedstaaten beschafft werden können. Das stärkt nicht nur die Versorgungssicherheit, sondern auch die europäische Zusammenarbeit und Solidarität. Gleichzeitig setzt die Einigung ein wichtiges Signal für Investitionen, Innovation und einen starken Pharma-Standort Europa.Jetzt kommt es darauf an, dass die neuen Instrumente auch in der Praxis wirken und von den Mitgliedstaaten konsequent umgesetzt werden. Nur mit nachhaltigen strukturellen Maßnahmen schaffen wir mehr Versorgungssicherheit für Patientinnen und Patienten in ganz Europa und stärken zugleich Europas Resilienz in einem zunehmend unsicheren globalen Umfeld."
Peter Liese (CDU), Mitglied im Ausschuss für Gesundheit:
„Das ist ein extrem wichtiger Schritt für die Lösung eines extrem großen Problems. Viele Patientinnen und Patienten leiden darunter, dass das für sie vorgesehene Medikament nicht lieferbar ist. Medizinisches Personal verbringt unzählige Stunden damit, Ersatz zu beschaffen. Deswegen ist es wichtig, dass wir unabhängiger werden von China und Indien und attraktive Bedingungen schaffen für die Produktion lebenswichtiger Medikamente in der Europäischen Union. Ich bin sehr dankbar, dass das jetzt gelungen ist.”
Hintergrund:
Die Europäische Kommission hat den Critical Medicines Act im März 2025 vorgeschlagen. Er soll die Versorgungssicherheit und Verfügbarkeit kritischer Arzneimittel wie Antibiotika, Insulin und Schmerzmittel in der EU erhöhen. Die in der Nacht erfolgte provisorische Einigung muss noch vom Europäischen Parlament und den Mitgliedstaaten bestätigt werden.
Für weitere Informationen:
Oliver Schenk MdEP: +32 228 45746
Dr. Peter Liese MdEP: +32 228 45981

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