Ferber: Finanzbildung bringt die beste Rendite für Europas Zukunft

30.04.2026

Europäisches Parlament verabschiedet Entschließung zu Finanzbildung und Finfluencern / Finanzwissen als Grundvoraussetzung für Eigenverantwortung, Vermögensaufbau und Teilhabe / Forderung nach stärkerer Verankerung in Schulen sowie klaren Transparenzregeln bei digitalen Anlageempfehlungen

Das Europäische Parlament hat heute eine Entschließung zu Finanzbildung und sog. „Finfluencern“ verabschiedet. Dazu erklärt Markus Ferber (CSU), wirtschafts- und währungspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion:

„Immer mehr Menschen entdecken den Kapitalmarkt als Weg, selbst für das Alter vorzusorgen. Das ist eine gute Entwicklung. Aber noch immer begegnen viele Bürgerinnen und Bürger Finanzmärkten mit großer Skepsis oder sogar Angst. Wer Menschen wirtschaftlich stärken will, muss ihnen das nötige Wissen an die Hand geben.

In den vergangenen Jahren ist der Zugang zu Finanzmärkten deutlich einfacher geworden. Digitale Anwendungen, Online-Broker und neue Plattformen haben die Einstiegshürden gesenkt und vielen Menschen haben erstmals den Weg zu ETFs, Aktien und anderen Anlageformen gefunden. Das muss auch zu einem Umdenken beim Thema finanzielle Bildung führen.

Finanzbildung ist kein Nischenthema für Börsenfans, sondern eine Grundvoraussetzung für Eigenverantwortung, Vermögensaufbau und Teilhabe. Wer will, dass mehr Menschen kluge Entscheidungen über Sparen, Vorsorge und Investitionen treffen, muss Finanzwissen viel früher und viel breiter vermitteln.

Gerade Deutschland hat hier Aufholbedarf: Ausgerechnet bei einem Thema, das junge Menschen ganz konkret auf das Leben vorbereitet, gibt es noch immer eine bemerkenswert große Scheu, Finanzbildung in den Schulalltag aufzunehmen. Finanzbildung gehört auch in die Schulen. Gerade junge Menschen informieren sich heute häufig zuerst über digitale Kanäle. Umso wichtiger ist es, dass irreführende Inhalte, versteckte Werbung und unseriöse Anlageempfehlungen klarer begrenzt werden und zugleich mehr verlässliche Finanzbildung in Schulen und öffentliche Bildungsangebote integriert wird.

Soziale Medien können Interesse an Sparen, Vorsorge und Investitionen wecken. Aber wer mit Finanzthemen Reichweite erzielt, trägt auch Verantwortung. Gerade, wenn es Interessenkonflikte gibt, muss das klar offengelegt werden. Wenn junge Menschen sich nur bei YouTube oder WallStreetBets über Finanzthemen informieren können, läuft etwas falsch. Finanzbildung muss vielmehr als staatliche Aufgabe verstanden werden.

Europa diskutiert seit Jahren über die Vollendung der Kapitalmarktunion und den Aufbau einer echten Spar- und Investitionsunion. Doch die beste Marktinfrastruktur nützt wenig, wenn die Bürgerinnen und Bürger nicht wissen, wie sie sie nutzen sollen. Laut Eurobarometer weisen heute nur 18 Prozent der EU-Bürger ein hohes Maß an Finanzkompetenz auf – ein strukturelles Problem, das weder durch bessere Produkte noch durch mehr Regulierung allein gelöst werden kann.

Die Spar- und Investitionsunion wird nur dann funktionieren, wenn die Menschen auch mitmachen. Dafür brauchen sie Vertrauen, Wissen und Zugang zu verständlichen Produkten. Finanzbildung ist kein Nice-to-have, sondern die Nachfrageseite der Kapitalmarktunion. Wer die Spar- und Investitionsunion ernst nimmt, muss auch in Finanzbildung investieren.“

Für weitere Informationen:
Markus Ferber MdEP: +33 388 175230