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Europaparlament will Fahrerassistenzsysteme als Standard

14. November 2017

Dieter-Lebrecht Koch (EVP/CDU):

Fahrerassistenzsysteme, welche die Verkehrssicherheit verbessern, sollen künftig verpflichtend in alle Fahrzeuge eingebaut werden. Das fordert das Europaparlament in einer heute verabschiedeten Entschließung. „Auf den europäischen Straßen sterben jährlich noch immer über 25.000 Menschen und 135.000 werden schwer verletzt. Jeder Tote und jeder Schwerverletzte ist einer zu viel“, sagte der Berichterstatter des Europaparlaments zur Straßenverkehrssicherheit, Dieter-Lebrecht Koch (CDU).

„Wir schlagen den verpflichtenden Einbau von sicherheitsrelevanten Fahrerassistenzsystemen vor. Bei über 90 Prozent der Unfälle trägt das menschliche Fehlverhalten eine Mitschuld und bei über 70 Prozent ist es sogar die Hauptursache für den Unfall. Die gesteigerte Unachtsamkeit und Ablenkung vieler Autofahrer, etwa durch Smartphones und Tablets sind erschreckend. Sie sind genauso ernst zu nehmen wie Alkohol und Drogen am Steuer“, so der CDU-Europaabgeordnete.

Vor allem Fahrerassistenzsysteme sollen zu einer stärkeren Vermeidung von Unfällen mit schwächeren Verkehrsteilnehmern wie Fußgänger und Radfahrer führen. In Stadtgebieten sind sie bei der Hälfte aller Fälle die Opfer von tödlichen Verkehrsunfällen. Das Europaparlament will nun den verpflichtenden Einbau derjenigen Fahrerassistenzsysteme, die einen wesentlichen Beitrag zur Erhöhung der Straßenverkehrssicherheit leisten, ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweisen, und bereits marktreif sind. Beispiele sind der automatische Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, die Notbremsanzeige, der Spurhalteassistent, der Abbiegeassistent in Verbindung mit Kameravorrichtungen bei Lkw zur Verringerung des toten Winkels, und der automatischen Notruf e-Call für Motorräder.

„Aufgrund der gemeinsamen Nutzung von technischen Komponenten wie Sensoren und Kameras durch verschiedene Fahrerassistenzsysteme und durch die erhöhten Stückzahlen, die verbaut werden müssen, ist nur mit einer minimalen Preiserhöhung des Gesamtfahrzeugs zu rechnen. Jeder sollte von den unsichtbaren Fahrbegleitern, die in der Not helfen, profitieren können. Straßenverkehrssicherheit darf keine Frage des Geldbeutels sein. Fahrerassistenzsysteme sind kein Spielzeug. Sie sollen helfen, das Fehlverhalten von Fahrern zu kompensieren sowie deren Ablenkung und Unaufmerksamkeit zu minimieren“, sagte der Berichterstatter des Europaparlaments. Nun ist es an der EU-Kommission, die Vorschläge des EU-Parlaments bei der Überarbeitung der EU-Verordnung zur allgemeinen Fahrzeugsicherheit, die für das erste Quartal 2018 erwartet wird, aufzunehmen.

Für weitere Informationen:
Dr. Dieter-Lebrecht Koch MdEP, Tel. +32 2 284 7761